Meine Musikproduktionen

Wie ich zur Musik kam

Mit der Musik wurde ich schon ziemlich früh infiziert. Im Alter von vielleicht 5 oder 6 habe ich die kleine Bontempi-Orgel meiner Schwester genutzt, um die ersten Melodien nachzuspielen. Tatsächlich befindet sich diese Orgel auh nach über 30 Jahren immer noch in meinem Besitz.

Bontempi B1

Mit 9 bekam ich ein Casio-Keyboard zu Weihnachten. Die ersten künstlich erzeugten Sounds, welche man wechseln konnte und sogar Begleitung dazu laufen lassen konnte. Das Casio CA-100 war damals (also 1991) ein Traum, da ich hier zum ersten mal ein wenig kreativer sein konnte. Auch das habe ich aus historischen Gründen immer noch.

Casio CA-100

Ich verbrachte die meiste Zeit damit, Melodien aus dem Radio nach- und mitzuspielen. Eine beiliegende VHS-Cassette brachte einem auch gleich Memoriey von Cats, Ob-la-di Ob-la-da von den Beatles und Ballade pour Adeline von Richard Clayderman bei. Wenn man das in dem Alter lernt, vergisst man das auch nicht mehr. ;-)

Irgendwann zu der Zeit, ich bekomme es nicht mehr 100%ig rekonstruiert, hat mir mein Onkel, welcher selbst in einer Band spielte, ein wenig Musiktheorie gezeigt, was vermutlich ausschlaggebend für meine Faszination der Musik gegenüber war.

In den 90ern ging es auch los mit der ersten Musiksoftware, besser gesagt den Trackern.

Sound FX - Macs Opera

Mit dem DOS-Programm “Sound FX - Macs Opera” habe ich unendlich viele Stunden verbracht, auch wenn es mühsam war, dort mit der PC-Tastatur Note für Note einzugeben. Aber es hat mich fasziniert. Unglaublich, was man aus Software auf einer 5,25-Zoll-Diskette herausholen konnte. Alles über den FM-Synthesizer des Soundkarte, aber zu der zeit dennoch geile Sounds und auch heute fasziniert mich der Sound. Aber hört selbst:

Dann ging es auch langsam mit Windows los. Unter Windows 3.11 konnte man sogar schon etwas aufnehmen (die richtige Soundkarte Vorausgesetzt) und auch abspielen (sogar über den PC-Speaker).

Sound Recorder in Windows 3.11

Ich hatte damals noch das “MediaVisio Thunderboard”, bei dem man die Lautstärke noch an einem Rad hinten am PC regeln musste… gruselig, aber es funktionierte.

MediaVision Thunderboard

Die Qualität ließ allerdings etwas zu Wünschen übrig. 1997, also mit 15 Jahren, war ich soweit, dass ich wirklich tiefer in die Materie abtauchen wollte und auch Kompositionen festhalten wollte und realere Sounds brauchte. Das Yamaha PSR-520 kam dann am 16. Dezember 1997. 1.000 DM hat es damals gekostet. Hier ein aktuelles Foto aus meinem Bestand.

Yamaha PSR-520

Endlich erkennbare Piano-Sounds, richtige Drumsets, Akustik-Gitarren usw. und - Premiere - Midi-Ansteuerung. Verbunden mit meinem Soundblaster 16 und Steinberg Cubase Audio konnten das erste mal einigermaßen effizienz Noten in den PC eingebene werden und kompositionen Dank General Midi auf dem Keyboard wiedergegeben werden. Die Sounds habe ich im Laufe des kommenden Jahres noch durch einen Soundkartentausch auf die Yamaha Waveforce 192XG aufgewertet. Von der Soundausgabe fand ich die Kombination schon gar nicht schlecht. Coverversionen von “Snap - Rhythm is a dancer” habe ich damit zum Beispiel fast originalgetreu umgesetzt. Als ich eigene Aufnahmen in Magix Music Maker, Dance Machine und Techno Maker mit einfließen lassen wollte, war ich mit den rauschenden Audioaufnahmen allerdings weniger zufrieden. Eine besserer, aufnahmewürdiger Sound musste also her: exakt ein Jahr nach dem Yamaha folgte am 16. Dezember 1998 das Technics KN-5000 für 4.999 DM (gut dass ich in dem Jahr viel Ferienarbeit gemacht habe, um das Geld zusammmen zu bekommen).

Technics KN-5000

Großer Farbmonitor, 16 frei definierbare Intrumentenkanäle, eigene Sounds bauen, Filter beeinflussen, mehrere Pedale, Speichern und LAden von Intrumentendefinitionen oder Songs über 3,5-Zoll-Diskette, sogar ein Mikrofoneingang mit DSP und deutlich schnelleres Midi über RS232 (die Serielle Schnittstelle) zeichneten das Gerät aus. Okay, eigentlich genau das richtige für einen Alleinunterhalter, welcher ich weder war noch sein wollte, aber die Sounds waren schon sehr cool für die Zeit. Und tatsächlich setze ich das Keyboard noch bis heute ein. Mittlerweile nicht mehr zur Aufnahme, sondern für die Eingabe, da die Klaviatur bis heute noch sehr gut ist.

Zu der Zeit habe ich dann mit ein paar Freunden, nach einem Filmdreh einer Gameshow, welche ich soundtechnisch mit dem Keyboard begleiter habe, durch Zufall die ersten Band-Erfahrungen gemacht, was irre Spaß machte. Keyboard, E-Gitarre und Mikrofon standen zur Verfügung. Damals alles über Cubase VST 24 aufgenommen und später auf Cassette überspielt, um es Freunden vorspielen zu können… das waren Zeiten!

Und heute? The Comumen Project!

Im Dezember 1999 habe ich mit meinem guten Freund Patrick den ersten kompletten Song zusammen aufgenommen: “Last Millennium”.

Unser Musikprojekt “The Comumen Projekt” war damit geboren.

Es folgten viele weitere Produktionen, teils mit der Untersützung des Synthesizers Yamaha AN1x, welchen ich mit zeitweise von einem Freund ausgeliehen habe.

Yamaha AN1X

Bei dem Instrument konnte ich erstmals erleben, was für eine Qualität man mit künstlich erzeugten und nicht gesampleten Sounds erreichen kann. Damit habe ich Blut geleckt und mir selbst am 2. April 2010 den Access Virus TI2 Polar gekauft.

Access Music Viris TI2 Polar

Echt gut investierte ca. 2.600 Euro. Depeche Mode setzen den Synthi auch bei ihren Shows bzw. bei der Prouktion ein. Eine wirklich geiles Gerät und volle Integration in Cubase als wäre es ein Software-Intrument. Ich bzw. wir setzen den Synthi heute auch für alle Produktionen ein.

Hier ein Beispiel, wie “Innocent” (2001) mit dem AN1X…

… 13 Jahre später (2014) als Neuauflage “Victims of Fate” mit dem Access Virus TI2 Polar und viel mehr Erfahrung klingt:
Ich schätze, die Entwicklung kann man ganz gut heraushören.

Bei unserem Musiprojekt geht es nicht um feste Genres. Es ist schon irgendwie unser eigener Stil, welcher aber meist aus einer Mischung der rockigen Ecke mit E-Gitarren von Patrick und den Elektro-Sounds von mir besteht. Auch wenn wir beide alles andere als Vocal-Profis sind, hat uns das nicht davon abgehalten, bei dem einen oder anderen Lied auch selbst hinter dem Micro zu stehen. Wir hatten aber auch den einen oder anderen Gast-Sänger bzw. Sängerin, was unsere Produktionen sehr aufgewertet hat.